Baker-Zyste
WAS IST EINE BAKER-ZYSTE?
Die Baker-Zyste (auch: Poplitealzyste) ist eine flüssigkeitsgefüllte Ausstülpung der Gelenkkapsel an der Innenseite der Kniekehle. Sie entsteht zwischen zwei Sehnen – der des Musculus gastrocnemius (Wadenmuskel) und des Musculus semimembranosus (Teil der hinteren Oberschenkelmuskulatur).
WIE ENTSTEHT EINE BAKER-ZYSTE?
Eine Baker-Zyste entsteht in der Regel nicht isoliert, sondern als Folge eines bestehenden Knieproblems. Wenn das Kniegelenk gereizt oder entzündet ist, produziert der Körper mehr Gelenkflüssigkeit (Synovia), um das Gelenk zu schmieren und zu schützen. Kommt es dabei zu einem Überdruck im Gelenk, kann die Flüssigkeit durch eine anatomisch schwächere Stelle in der Kniekehle austreten und dort eine Zyste bilden.
Häufige Auslöser der Zystenbildung:
- Meniskusrisse
- Knorpelschäden / Arthrose
- Rheumatoide Arthritis oder andere entzündliche Gelenkerkrankungen
- Gelenkerguss nach Verletzungen
Wichtig: Die Baker-Zyste ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom einer zugrunde liegenden Kniegelenksveränderung. Daher muss nicht nur die Zyste behandelt, sondern auch die Ursache diagnostiziert und therapiert werden.
WELCHE SYMPTOME VERURSACHT EINE BAKER-ZYSTE?
Die Symptome hängen stark von Größe und Füllungszustand der Zyste ab. Manche verursachen kaum Beschwerden, andere sind deutlich tastbar und führen zu einem Spannungs- oder Druckgefühl in der Kniekehle – besonders bei Beugung oder Belastung des Knies.
Typische Beschwerden:
- Tastbare, weiche oder prall gefüllte Schwellung in der Kniekehle
- Spannungs- oder Druckgefühl bei Bewegung
- Steifigkeit oder eingeschränkte Beweglichkeit besonders bei Belastung
- In fortgeschrittenen Fällen: ziehende Schmerzen in der Wade (Differenzialdiagnose zur Thrombose!)
Dynamischer Verlauf:
- Bei Schonung kann sie sich zurückbilden oder verschwinden
- Bei anhaltender Überlastung kann sie sich erneut füllen und Beschwerden verstärken
WIE WIRD EINE BAKER-ZYSTE DIAGNOSTIZIERT?
Die Diagnose erfolgt meist durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Entscheidend ist nicht nur der Nachweis der Zyste selbst, sondern auch die Ursache für deren Entstehung.
Untersuchungsmethoden:
- Klinische Untersuchung: Abtasten der Kniekehle, Prüfung von Beweglichkeit und Druckschmerz
- MRT (Magnetresonanztomographie): Präziseste Methode, um Baker-Zyste und mögliche Begleitveränderungen wie Meniskusrisse, Knorpelschäden oder Reizergüsse darzustellen
WIE WIRD EINE BAKER-ZYSTE BEHANDELT?
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Knieerkrankung. Wird diese erfolgreich behandelt, geht die vermehrte Gelenkflüssigkeit oft zurück und die Zyste kann von selbst verschwinden.
Wenn die Zyste Beschwerden verursacht:
- Punktion: Absaugen der Flüssigkeit zur kurzfristigen Linderung
- Cortison-Injektion: Entzündungshemmung und Reduktion der Flüssigkeitsproduktion – besonders sinnvoll bei rheumatischen Erkrankungen
- Operative Entfernung: Nur bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Fällen, meist in Kombination mit der Behandlung der Grunderkrankung
Therapieansatz des Kniespezialisten:
Die Zyste wird nicht isoliert behandelt, sondern immer im Zusammenhang mit der Ursache im Gelenk. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung und die Wiederherstellung eines gesunden Kniegelenks.