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Knorpelschaden

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Knorpelschaden



Der Gelenkknorpel: Stoßdämpfer und Gleitfläche zugleich

Der hyaline Knorpel ist eine hochspezialisierte Struktur, die die Gelenkflächen der Knochen überzieht. Er sorgt dafür, dass sich die Gelenke reibungslos und schmerzfrei bewegen lassen – bei gleichzeitig optimaler Stoßdämpfung.

Eigenschaften des hyalinen Knorpels:

  • Glatt und elastisch: Ermöglicht ein nahezu reibungslose Gleitbewegung der Gelenkflächen
  • Druck- und zugfest: Fängt Belastungen beim Gehen, Laufen oder Springen effektiv ab
  • Wasserreiches Gewebe: Verformbar und anpassungsfähig bei mechanischer Beanspruchung

Ernährung & Regeneration:

Da Knorpelgewebe keine Blutgefäße enthält, erfolgt die Versorgung über die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit). Diese wird durch Bewegung des Gelenks aktiv in das Knorpelgewebe „gepresst“ – weshalb regelmäßige, schonende Bewegung wichtig für die Knorpelgesundheit ist.



Schweregrad und Symptome von Knorpelschäden

Nicht jeder Knorpelschaden macht sofort Beschwerden

Knorpelschäden im Knie oder anderen Gelenken äußern sich je nach Lokalisation, Ausdehnung und Tiefe sehr unterschiedlich. Manche Veränderungen bleiben lange unbemerkt – andere verursachen frühzeitig Schmerzen, Schwellung oder Bewegungseinschränkungen.

Zur objektiven Einteilung des Schadens wird häufig die Outerbridge-Klassifikation verwendet:

Outerbridge-Klassifikation – Stadien von Knorpelschäden:


Grad 1 – Weiche Knorpeloberfläche

  • Frühstadium einer Schädigung (Chondromalazie)
  • Oft asymptomatisch oder leichtes Druckgefühl bei Belastung
  • Meist Zufallsbefund im MRT oder bei Arthroskopie

Grad 2 – Oberflächliche Risse oder Aufrauungen

  • Leichte bis mittelstarke Schmerzen bei Bewegung oder Belastung
  • Gelegentlich Reibe- oder Knirschgeräusche (Krepitation)
  • Beschwerden treten oft situativ auf, z. B. nach Sport oder längerer Belastung

Grad 3 – Tiefe Knorpelrisse bis auf die Knorpelbasis

  • Deutliche Schmerzen, oft verbunden mit Schwellungen und Gelenkerguss
  • Einschränkungen beim Beugen, Strecken oder Treppensteigen
  • Belastung im Alltag zunehmend problematisch

Grad 4 – Vollständiger Knorpelverlust (Knochenglatze)

  • Freiliegender Knochen unter dem Knorpel (subchondraler Knochen)
  • Starke, dauerhafte Schmerzen, auch in Ruhe
  • Häufige Schwellung, Gelenkblockaden oder Instabilitätsgefühl
  • Hohe Wahrscheinlichkeit für Begleitarthrose

Hinweis:

Je früher ein Knorpelschaden erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Möglichkeiten, eine größere Gelenkschädigung oder Arthrose zu verhindern.



Therapie von Knorpelschäden

Moderne Knorpeltherapien für nachhaltige Gelenkerhaltung

Knorpelschäden im Knie oder anderen Gelenken lassen sich heute durch biologische Verfahren gezielt behandeln. Ziel ist es, die Gelenkfunktion zu erhalten, Schmerzen zu lindern und den Verschleiß (Arthrose) aufzuhalten.

Je nach Größe, Lage und Tiefe des Defekts stehen unterschiedliche Therapieverfahren zur Verfügung:

AUTOCART® – körpereigener Knorpel, einzeitig eingebracht

Die AUTOCART®-Technik ist ein minimalinvasives, einzeitiges Verfahren zur Knorpelreparatur. Dabei werden kleine Knorpelstücke aus dem eigenen Gelenk entnommen, mit thrombozytenreichem Plasma (ACP/PRP) vermischt und direkt in den Knorpeldefekt eingebracht.

Vorteile:

  • Kein zweiter Eingriff notwendig
  • Verwendung körpereigenen Gewebes
  • Minimalinvasiv mit kurzer Rehabilitationszeit

Geeignet für kleinere bis mittelgroße Defekte

MACT – Matrix-assoziierte Knorpelzelltransplantation

Die sogenannte MACT (Matrix-Associated Chondrocyte Transplantation) ist ein zweizeitiges Verfahren zur Behandlung größerer Knorpelschäden. Dabei werden Knorpelzellen arthroskopisch entnommen, im Labor gezüchtet und nach mehreren Wochen in den Defekt implantiert.

Vorteile:

  • Für größere Knorpeldefekte geeignet
  • Biologische Regeneration mit guter Langzeitprognose
  • Auch bei komplexen Schäden einsetzbar

Nachteile: Längere Rehabilitationsphase und zweiter Eingriff erforderlich

OATS® – Knorpel-Knochentransplantation

Beim OATS®-Verfahren (Osteochondral Autograft Transfer System) werden kleine Knorpel-Knochen-Zylinder aus nicht belasteten Gelenkbereichen entnommen und in die defekte Stelle transplantiert.

Vorteile:

  • Einzeitiger Eingriff
  • Gut geeignet für fokal begrenzte Knorpelschäden (1–3 cm²)
  • Schnelle Wiederherstellung der Gleitfläche

Ideal bei tieferen, lokal begrenzten Defekten

Welches Verfahren passt zu mir?

Die Auswahl der besten Therapie hängt von Größe, Lage und Tiefe des Schadens, dem Alter, dem Aktivitätsniveau und Begleitfaktoren (z. B. Beinachse, Meniskusstatus) ab.

Knorpelschaden

Funktion und Aufbau des Knorpels

Der hyaline Knorpel überzieht die Gelenkflächen und sorgt für reibungslose Bewegungen. Seine begrenzte Regenerationsfähigkeit erfordert frühzeitige Behandlung bei Schäden.

Schweregrad und Symptome

Knorpelschäden werden nach der Outerbridge-Klassifikation in vier Grade eingeteilt – von leichter Aufweichung bis hin zu vollständigem Knorpelverlust mit starken Schmerzen.

Diagnose von Knorpelschäden

Die Diagnose erfolgt durch Anamnese, klinische Untersuchung, bildgebende Verfahren wie MRT oder Arthroskopie zur direkten Sichtung des Schadens.

Therapiemöglichkeiten

Je nach Schweregrad kommen konservative Methoden oder operative Verfahren wie AUTOCART®, Knorpelzelltransplantation (MACT) oder die Knorpel-Knochentransplantation (OATS®) zum Einsatz.

Rehabilitation und Prognose

Eine gezielte Physiotherapie und kontrollierte Belastungssteigerung sind essenziell für die Wiederherstellung der Gelenkfunktion und langfristige Schmerzreduktion.

Für Notfälle: +436507461075



Als Facharzt für Unfall- und Sportchirurgie befasse ich mich seit vielen Jahren insbesondere intensiv mit der Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen des Knies.

Ordination Wien Döbling

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